Schöne Gegenden, höfliche Menschen und flache Hierarchien in den Firmen – das ist Skandinavien. Nicht nur Teamarbeit wird hier gross geschrieben.

Tiefblaue Seen, dunkelgrüne Wälder, rote Holzhäuser und Rentiere – das ist Skandinavien. Die Ruhe, die die Natur im hohen Norden Europas ausstrahlt, ist auch den Menschen zu eigen. Flache Hierarchien kennzeichnen die dortigen Unternehmenskulturen, in denen Mitarbeitern besonderes Vertrauen geschenkt wird.

Zurückhaltung ist Trumpf

Ähnlich den Briten legen die Skandinavier Wert auf Understatement. Wer Zurückhaltung zeigt, wird Erfolg haben. Ob in Schweden, Dänemark oder Norwegen – wer dick aufträgt, verschliesst sich selbst die Türen.

Einer für alle, alle für einen

Teamorientierung schreiben die Skandinavier groß. Entscheidungen treffen Mitarbeiter und Vorgesetzte gemeinsam. Der Konsens steht dabei im Mittelpunkt. Damit das Team die Entscheidungen gemeinsam tragen kann, werden vorher alle Meinungen angehört und durchdacht. Vorgesetzte massen es sich nicht an, ihre Ziele mit Gewalt durchzusetzen. Skandinavier sind stets bestrebt so genannte Win-Win-Situationen herbeizuführen und offene Konflikte zu vermeiden.

Meetings

Wie die Deutschen sind auch die Skandinavier auf Pünktlichkeit bedacht, das gilt für Meetings genauso wie für Geschäftsessen und andere Veranstaltungen. Präsentationen müssen fundiert sein und durch konsequente Argumentationen überzeugen.

Dem technischen Verständnis, der Qualität und dem Servicegedanken kommt dabei besondere Bedeutung zu. Unterbrechungen empfinden die Skandinavier als extrem unhöflich, vor allem wenn sie keinen klärenden Charakter haben. Stille ist grundsätzlich nicht als Zustimmung zu werten. Fragen Sie Ihre Gesprächspartner nach einem Vortrag direkt nach ihren Meinungen. Denn Skandinavier geben nur ungerne unaufgefordert Stellungnahmen ab.

Weniger ist mehr

Selbstüberzeugung und Extrovertiertheit schätzen Skandinavier nicht, dagegen Integrität und Konsequenz sehr. Sie sind gute Zuhörer und erwarten dies auch von ihren Gesprächspartnern.

Stets seien sie bestrebt einen Dialog herbeizuführen. Preise sind in den nordischen Gefilden, im Gegensatz zum Süden Europas, eine eher starre Angelegenheit. Weil sie von vornherein angemessen festgesetzt werden, gibt es auch keinen großen Verhandlungsspielraum.

Du, Sie, Du

Skandinavier nennen sich kurz nach dem Kennenlernen bereits beim Vornamen. „Dies ist auf den verbreiteten Gleichheitsgedanken zurückzuführen.

Für das englische „you“ gibt es zwei Wörter. Allerdings unterscheidet sich die Verwendung, anders als im Deutschen, eher nach Singular und Plural. Die Anrede „Herr“ und „Frau“ existieren zwar, werden aber in der Praxis kaum genutzt. Ebenso wenig Wert legen die Skandinavier auf Titel.

Bequemlichkeit vor Formalität

Skandinavische Mitarbeiter kleiden sich gern bequem. Formalität ist bei den nordischen Völkern nur bei Treffen mit Kunden oder abendlichen Veranstaltungen angesagt.

Ansonsten ist das Outfit zwar auch branchenabhängig, aber generell informeller als bei uns. Bequemlichkeit steht bei der Wahl der Kleidung oben an. Männer lassen ihre Krawatte gerne weg, und Frauen bevorzugen Hosen, was nicht zuletzt durch das kalte Wetter bedingt ist.

Immer schön mittrinken

Mit dem Essen sind die Skandinavier in der Regel recht früh dran. Lunch nehmen sie ab 11.30 Uhr ein, und auch das Dinner beginnt deutlich früher als in Südeuropa. Obwohl Nordeuropa traditionell zum so genannten „Bier- und Wodka-Gürtel“ zählt, ist Wein zunehmend auf dem Vormarsch.

Den Abend lassen die Skandinavier in der Hotelbar ausklingen. Und ein kurzes Dankesschön in Form einer Postkarte zwei bis drei Tage nach dem Essen wird gern gesehen.